Aufstand in Burgos | Spanien

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Ohne Mampf kein Kampf

Wiedermal eine Empfehlung, Termitiniutus schaut genauer hin:

Seit dem 10.Januar kommt es in der nordspanischen Stadt Burgos zu Kämpfen zwischen der Bevölkerung und der Policia Nacional. Dort löste die geplante Umwandlung der Hauptverkehrsader Calle Vitoria in einen ansehnlichen Boulevard einen Aufstand unter den BewohnernInnen des betroffenen Stadtteils Gamonal aus. Diese fühlen sich bei den Planungen von den Stadtoberen übergangen. Sie argwöhnen, dass das Bauprojekt im Grunde auf eine Initiative des Unternehmers Antonio Miguel Méndez Pozo zurückgeht. Der 69-Jährige steht an der Spitze eines Imperiums von Baufirmen, Zeitungen, Radio- und TV-Sendern. Eine der Firmen dieser Gruppe hatte den Entwurf für das Boulevard-Vorhaben erstellt. [Quelle: Linksunten Indymedia]

Massive Gewalt seitens der Polizei, aber die Leute wehren sich dagegen. In einem der Videos wird ein Polizeiauto aus dem Viertel verjagt:

Die Leute protestierten gegen ein 8 Millionen Euro teures Bauprojekt, bei dem eine vierspurige Straße, die Calle Vitoria, in eine zweispurige Straße zurückgebaut werden soll. Viele Parkplätze werden dadurch verschwinden, die Anwohner sollen in Parkhäusern parken – gegen Bezahlung. Die Kritiker des Projekts sagen, dass es nicht sein könne, dass die Stadt im Grunde pleite sei und Kürzungen bei Erziehung und Gesundheit vornehmen müsse – und gleichzeitig mit Steuergeldern unnötige Bauprojekte durchziehen. Sie empören sich, weil mit dem Umbau Dutzende Gratisparkbuchten verschwinden würden, während die Stellplätze der neuen Tiefgarage zum einmaligen Preis von knapp 20 000 Euro auf 40 Jahre vermietet werden sollen. Die Stadtverwaltung hatte die Bürger bei der Entscheidung über den Bau nur unzulänglich informiert. Bürgermeister Javier Lacalle hat das Projekt wegen der Proteste vorläufig gestoppt. Die Bullen haben bisher 40 Menschen festgenommen, gegen zwei von ihnen erließ ein Richter am Montag Haftbefehl. Das spanische Innenministerium versuchte die Revolte damit zu erklären, dass “Systemgegner”, die es nur auf Randale abgesehen hätten, aus anderen Gegenden Spaniens nach Burgos gereist seien. Gegen diese Behauptung spricht allerdings, dass die 40 Festgenommenen nach Angaben der Polizei alle in Gamonal wohnen.

Am Abend des 15.Januar ist es in Madrid zu einer Solidaritätsdemonstration mit Burgos gekommen, wobei die Bullen mit Steinen und Flaschen angegriffen wurden. Hier gab es 14 Verhaftungen. [Quelle: urbanresistance]

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