Archives for : TermiTinitus

SCHERBENkontraBASS live im Sub Salzburg

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Rio Reiser / Ton Steine Scherben von und mit SCHERBEkontraBASS (2016)

Marius Del Mestre und Akki Schulz zelebrieren das Weit und Breit BESTE Rio- Reiser Programm in dieser Zeit. Authentisch und rockig, erschütternd aktuell und direkt unter die Haut.
Folgt man ihrer Version des „König von Deutschland“, sieht man Rio als des Königs Barde, auf ner Wolke sitzend mit ner Harfe. Und Dieter Bohlen müsste ihm auf Knien das Wasser reichen.

Die beiden Vollblutmusiker feiern dieses Jahr ihren 8. Bandgeburtstag. Ihre Auftritte, es dürften über 500 an der Zahl sein, begeistern die Fans dreier Generationen von Hiddensee bis Zürich, und jetzt sind sie endlich wieder bei uns!

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Danke an Emil für die Fotos

 

Sardar Kobani + Eyed Salim @Newroz Fest

 

Setlist

  1. Ascurdum Sabldem (Ich bin Kurdisch), Original von Yussuf Barasim
  2. Tanz der Verliebten
  3. Hat Chasch Buhar
  4. Ale Gedi Adlaie (Warum hast du dein Versprechen gebrochen)
  5. Emo Emosche, Original von Mitscho Kandasch
  6. Golizar Original von Yussuf Barasim
  7. Kobani (Ischf miwane men haten)

Einige Übersetzungen und Versuche der Übersetzung

Hat Chasch Buhar

Es wird Frühling, ich gehe zu der Blume. Aber es gint dort meine Liebe (auch Heimat) nicht. Ich frage den Vogel, ob er sie gesehen hat, hat er nicht. Er sagt, dass ihn der Fuchs und Wolf mitgenommen haben. Ich weine. ich brauche den Himmel nicht, weil es keine Liebe (auch Heimat, auch Kurdistan) gibt.

Golizar

Ich sitze unter dem Baum in Serekani (eine Stadt). ich sehe eine Frau (Gorlizar) an einer Quelle die sich Wasser nimmt. ich sage, komm, komm Gorlizar, aber sie wendet sich ab und geht langsam weg. Komm, komm Gorlizar, dein Gesicht ist wie der Vollmond im Frühling. Eine Träne rinnt über mein Gesicht. Du bist so schön wie eine Königin, ich liebe dich wie Leila Matschun (wie Romeo und Julia). Bitte sitze von Früh bis spät bei mir. Als ich dich gesehen habe, habe ich schwer geathmet, mein Herz schmerzt, ich bin betrunken vor Liebe.

Kobani (Ischf miwane men haten)

Abends kommt Besuch aus Kobane aus der Ebene von Kobane und die Nacht, sie legt sich nieder … Meine Blume wird verwelken,keiner da, um sie zu tränken. Meine Stadt ist voller Wunden ,wann werden sie verbunden? Und Ferat, der Fluss, er fließt … Kennt keine Grenzen, er fließt …

 

Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Salzburg

Newroz (Frühlingsfest) wurde, in der Geschichte (vor c.a 8.000 Jahren), zum Ersten mal in Mesopotamien gefeiert. Die Menschen in Mesopotamien haben, in der damaligen Zeit, Vorräte für den Winter angelegt. Wenn der Winter zu ende war und man noch Vorräte hatte, musste man nach ihrer Religion und Kultur die Vorräte mit anderen teilen. Ein weiterer Grund war, dass am 21.März Tag und Nacht gleichlang ist. Somit entstand der Newroz Anfang Frühling und man teilte seine Vorräte am Newroz tag miteinander. In der Zeit der Sumerer wurde Newroz als ein heiliger Tag angenommen. Nach dem sich die Religion Zarathustra in Mesopotamien verbreitet hat, gewann Newroz noch mehr an Bedeutung, denn am Newroz-Tag begann man das Fest mit einem Feuer, aufgrund der Bedeutung, der fünf Elemente in dieser Religion wurde Newroz auch für die Anhänger als ein heiliger Tag angenommen und gefeiert. Nach und nach verbreitete sich der Islam immer mehr in Mesopotamien und der Newroz-Tag verlor seine Wichtigkeit.

Mit der Entstehung der türkischen Republik, wurde das Newroz fest im kurdischen gebiet verboten. Am 21.03.1982 verbrannte sich Mazlum Dogan, als protest gegen die Unterdrückung des kurdischen Volkes und das Verbot des feiern am Newroz-Tag, als politisch Gefangener in Amed (Diyarbakir). Dadurch wurde Newroz ein politisches Fest und Kurden sahen die Feier des Newroz-Tages als einen Widerstand und Protest gegen die Republik und deren Unterdrückung. Nach Mazlum Dogan folgten viele weitere ähnliche Proteste. Auch im 21.Jahrhundert darf man in vielen Teilen des kurdischen Gebietes den Newroz-Tag nicht feiern. Es kommt immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den feiernden und der Regierung. Newroz wir in vielen weiteren Ländern von mehr als 300 Millionen Menschen gefeiert und hat sich bis nach Ostafrika verbreitet.
„Am 30. September 2009 hatte die UNESCO den Newroz-Tag in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.“

Am 25.03.2017 wird der Newroz in Salzburg gefeiert. Wir erwarten euch mit einem kurdischen Buffet und Live-Musik! Es wird auch eine Abendkasse geben. Wir freuen uns auf euch!
Adresse: ARGE Kultur Ulrike – Gschwandtner – Straße 5 , 5020 Salzburg
Beginn: 14 Uhr
Eintritt: € 10,- (Es gibt eine Abendkasse)

Djoki Django @Newroz Fest

Setlist

  1. Nepali
  2. V.L.A.
  3. Najdraza
  4. Dich so zu seh’n
  5. Stiller

Djoki Django bei Vimeo

Djoki Django bei Termitinitus

Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Salzburg

Newroz (Frühlingsfest) wurde, in der Geschichte (vor c.a 8.000 Jahren), zum Ersten mal in Mesopotamien gefeiert. Die Menschen in Mesopotamien haben, in der damaligen Zeit, Vorräte für den Winter angelegt. Wenn der Winter zu ende war und man noch Vorräte hatte, musste man nach ihrer Religion und Kultur die Vorräte mit anderen teilen. Ein weiterer Grund war, dass am 21.März Tag und Nacht gleichlang ist. Somit entstand der Newroz Anfang Frühling und man teilte seine Vorräte am Newroz tag miteinander. In der Zeit der Sumerer wurde Newroz als ein heiliger Tag angenommen. Nach dem sich die Religion Zarathustra in Mesopotamien verbreitet hat, gewann Newroz noch mehr an Bedeutung, denn am Newroz-Tag begann man das Fest mit einem Feuer, aufgrund der Bedeutung, der fünf Elemente in dieser Religion wurde Newroz auch für die Anhänger als ein heiliger Tag angenommen und gefeiert. Nach und nach verbreitete sich der Islam immer mehr in Mesopotamien und der Newroz-Tag verlor seine Wichtigkeit.

Mit der Entstehung der türkischen Republik, wurde das Newroz fest im kurdischen gebiet verboten. Am 21.03.1982 verbrannte sich Mazlum Dogan, als protest gegen die Unterdrückung des kurdischen Volkes und das Verbot des feiern am Newroz-Tag, als politisch Gefangener in Amed (Diyarbakir). Dadurch wurde Newroz ein politisches Fest und Kurden sahen die Feier des Newroz-Tages als einen Widerstand und Protest gegen die Republik und deren Unterdrückung. Nach Mazlum Dogan folgten viele weitere ähnliche Proteste. Auch im 21.Jahrhundert darf man in vielen Teilen des kurdischen Gebietes den Newroz-Tag nicht feiern. Es kommt immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den feiernden und der Regierung. Newroz wir in vielen weiteren Ländern von mehr als 300 Millionen Menschen gefeiert und hat sich bis nach Ostafrika verbreitet.
„Am 30. September 2009 hatte die UNESCO den Newroz-Tag in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.“

Am 25.03.2017 wird der Newroz in Salzburg gefeiert. Wir erwarten euch mit einem kurdischen Buffet und Live-Musik! Es wird auch eine Abendkasse geben. Wir freuen uns auf euch!
Adresse: ARGE Kultur Ulrike – Gschwandtner – Straße 5 , 5020 Salzburg
Beginn: 14 Uhr
Eintritt: € 10,- (Es gibt eine Abendkasse)

Lesung und Konzert: Esther Bejarano und Microphone Mafia

 

Einleitung

Redner_innen: Marcus Hank, Brigitte Promberger

  • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, VVN: Wikipedia
  • Josefine Lindorfer: Salzburg Wiki
  • Agnes Primocic: Wikipedia
  • KZ-Verband Salzburg: Homepage
  • Gewerkschaftlicher Linksblock, GLB Salzburg: Homepage

Lesung

Konzert

Danke an Rita für die schönen Fotos, danke an Gunter fürs Abmischen.

Die Mur brennt!


Hier gibts eine Episode aus Graz. Letzte Woche haben wir das Mur- Camp besucht und bekamen einen Einblick in das Herz des Wiederstands gegen das Murkraftwerk. Die Besetzer_Innen des Auwaldes bauen Baumhäuser und haben nicht vor den Profitinteressen und Baggern zu weichen..


Seit 8.2.2017 besetzen Aktivist*innen einen Teil der Mur-Auen in Graz. Damit versuchen sie die Aulandschaft vor der verbrecherischen und rein profitorientierten Landschaftszerstörung der Energie Steiermark zu schützen. Der erste Standpunkt des Camps wurde am 10.2.2017 früh morgens geräumt. Gleich am nächsten Tag wurde wieder ein neues Camp errichtet..
Der geplante Bau des Murkraftwerks muss und wird verhindert werden.

Den Menschen die sich beim Camp engagieren ist Graz und damit die Mur ein Anliegen. Die Mur prägt auf vielfältige Weise unsere Stadt. Sie ist Erholungsgebiet, wichtig für die (ohnehin bereits schlechte) Atemluft, Standort von vielen Ökosystemen und Lebensraum von vielen, teils geschützten Tier- und Pflanzenarten.

Der Bau des Murkraftwerks ist bezeichnend für unser derzeitiges System, welches die Profitinteressen eines Konzerns (in diesem Fall der Energie Steiermark) über das Gemeinwohl der Menschen, Tiere und Pflanzen stellt. Das Kraftwerk ist weder wirtschaftlich noch ökologisch vertretbar, trotzdem wird versucht den Bau mit Gewalt durchzusetzen.

Aber der Widerstand wächst. Überall auf der Welt stellen sich Menschen gegen solche Projekte und fordern eine Änderung des derzeitigen Systems, das Profit Menschen stellt. Durch eben diese lokalen Kämpfe können wir zu einem globalen Wandel beitragen! Also lasst uns das Murkraftwerk verhindern und die Interessen von Mensch, Tier und Umwelt wieder über die Profitinteressen von Konzernen stellen!


www.murcamp.at
www.rettetdiemur.at

Murkraftwerk-Protest am Grazer Schloßberg

Murkraftwerk-Protest am Grazer SchloßbergEin riesiges Transparent soll die Unzufriedenheit der Grazer Bevölkerung augenscheinlich machen Heute fand zeitgleich zum Elevate Festival, dass sich unter anderem mit ökologischen Fragen beschäftigt, eine Aktion von Aktivist*innen am Grazer Schloßberg statt.Auf zwei großen 9×3 und 6×3 Transparenten findet sich der Schriftzug “Kraftwerk stoppen” – damit wollen die Aktivist*innen auf die gewaltsame Umsetzung des Murkraftwerks durch Bürgermeister Nagl aufmerksam machen."Wir sind nicht bereit, das Drüberfahren von Nagl hinzunehmen" sagt eine Aktivstin der Aktion. "Zuerst wurde gewaltsam die Entscheidung über dieses Projekt gefällt – gegen die Interessen der Menschen in Graz. Der Unmut wird jeden Tag größer, und wir fordern alle Menschen in Graz dazu auf, sich den Protesten anzuschließen! Noch ist das Murkraftwerk nicht gebaut, noch können wir dieses Projekt verhindern. Jeder Tag zählt!“Baustopp jetzt!

Posted by Murcamp – Kraftwerkbau verhindern on Samstag, 4. März 2017

Interview mit Laut Fragen

 

Wie finded man Laut Fragen?

Andere Projekte von Maren Rahman und Didi Disko

Politik

Der Mythos Eternauta

 

Erstmals in Österreich: Die Comic-Ausstellung “Der Mythos Eternauta” – bis 6. April 2017 im Literaturhaus Salzburg – ist eine beeindruckende literarisch-künstlerische Dystopie als Metapher über die Diktatur in Argentinien.

Der „Eternauta“ von Héctor Germán Oesterheld (Text) und Francisco Solano López (Zeichnung) gilt als einer der herausragendsten Comics des 20. Jahrhunderts. Es ist ein erstaunlich antizipatorisches Porträt der argentinischen Gesellschaft unter der späteren Militärdiktatur und das beklemmend poetische Hauptwerk von Oesterheld, der 1977 verschleppt wurde und nie mehr auftauchte. Die Graphic Novel-Ausstellung wird erstmals in Österreich gezeigt!

Zur Eröffnung der Comic-Ausstellung DER MYTHOS ETERNAUTA sprechen der Berliner Verleger Johann Ulrich und die Kuratorin Anna Kemper mit der argentinischen Bloggerin und Künstlerin Cristina Colombo sowie Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann über Comic und Diktatur in Argentinien. Musik: DUO XYMBAL mit Daniela Canale & José Fernando Elías aus Argentinien.

Buenos Aires, Ende der 50er Jahre. Juan Salvo sitzt mit seiner Frau, seiner Tochter und Freunden beim Kartenspiel, als es zu schneien beginnt. Der Schnee, der auf die Stadt fällt, ist tödlich, sein Gift dringt durch jede Ritze. Außerirdische haben Buenos Aires erobert, mit Hilfe des Schnees, mit Rieseninsekten und versklavten Wesen eines anderen Planeten töten SIE die Bewohner der Stadt oder verwandeln sie in Robotermenschen. Juan Salvo und seine Freunde gehören zu den wenigen Überlebenden. Und sie entschließen sich, gegen SIE, den übermächtigen Feind, in den Kampf zu ziehen. Ein Kampf, bei dem Juan Salvo nicht nur sein eigenes Leben aufs Spiel setzt,  sondern auch das seiner Familie …

Héctor Germán Oesterheld, geboren am 23. Juli 1919 in Buenos Aires als Sohn europäischer Einwanderer. Begann während des Studiums zu schreiben, arbeitete als Journalist und gründete 1957 einen Verlag, u.a. um seine Graphic Novels zu veröffentlichen, mit denen er bekannt wurde. 1976 verhaftete ihn die Militärjunta – und er „verschwand“ ebenso wie seine vier Töchter. Die Ehefrau und Mutter gehörte zu den ersten Mitgliedern der berühmten Protestbewegung „Madres de Plaza Mayo“.

Links

Fotos

Danke an Rita für die tollen Fotos

 

Sarmaparty

Rezepte

mit Fleisch

  • Zwiebeln, Knoblauch, Speck in Pfanne anrösten, dann Fleisch, Reis und Petersilie dazu (gut durchbraten)
  • mit Vegeta, Pfeffer und Salz würzen
  • abkühlen lassen
  • Topf unten mit Krautblättern auslegen, darauf Masse in Kraut einwickeln und Wickler in den Topf (kleine Krautblätter einfach in den Topf dazuschneissen)
  • 2 Stunden in Wasser kochen
  • Einbrenn machen in Pfanne: Öl, Ketchup, Tomatenmark, Paprikapulver, Mehl, mehr Knoblauch scharf anrösten
  • Einbrenn über die Krautwickler giessen
  • 2 Stunden Kochen lassen und servieren

Vegan

  • Sojagranulat in Suppenpulver einlegen
  • Zwiebeln, Knoblauch, Karotten, Selerie, Sojagranulat, Räuchertofu, Reis , in Pfanne anrösten, dann Petersilie dazu (gut durchbraten)
  • mit Sojasauce, Vegeta, Pfeffer und Salz würzen
  • abkühlen lassen
  • Topf unten mit Krautblättern auslegen, darauf Masse in Kraut einwickeln und Wickler in den Topf (kleine Krautblätter einfach in den Topf dazuschneissen)
  • 2 Stunden in Wasser kochen
  • Einbrenn machen in Pfanne: Öl, Ketchup, Tomatenmark, Paprikapulver, Mehl, mehr Knoblauch scharf anrösten
  • Einbrenn über die Krautwickler giessen
  • 2 Stunden Kochen lassen und servieren

Dazu gabs Kartoffelpürree

Fotos

Links

Weitere Podcasts mit Djoki Django und Lina auf Termitinitus

 

Antikommunistischer Prozess in München

Ihr hört ein Gespräch am Rande des TKP/ML- Prozesses vom 19. Dezember in München. Vor den Toren des Gerichtsgebäudes vom Strafjustizzenturm Nymphenburger Straße gab es wieder eine lautstarke, solidarische Kundgebung für die gefangenen GenossInnen. Außerdem wurde den 32 Toten des Massakers an hungerstreikenden politischen Gefangenen in türkischen Gefängnissen im Jahr 2000 gedacht.
Wegen Lautstärke und Kälte zogen wir uns für das Interview auf eine Tasse Tee in ein Chinesisches Lokal zurück. Das anfängliche Gebimmel der Eingangstüre beruhigt sich schnell..

 

Der Prozess

Am 15. April 2015 wurden zehn GenossInnen festgenommen. Der Vorwurf: „Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung“ nach §129b. Seitdem sitzen Erhan Aktürk, Sinan Aydin, Haydar B., Dilay Banu Büyükavci, Musa Demir, Müslüm Elma, Deniz Pektas, Sami Solmaz, Seyit Ali Ugur und Mehmet Yesilçalı in Stadelheim im Knast. Mitte Juni diesen Jahres begann der Prozess vor dem Oberlandesgericht in München, im Sitzungssaal A101, in dem sonst der Prozess gegen die Mörderbande des NSU stattfindet. Dabei werden den GenossInnen keine direkten Straftaten vorgeworfen, sondern lediglich die Mitgliedschaft in der Partei TKP/ML (Türkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten). Diese ist allerdings in Deutschland überhaupt nicht verboten und lässt sich auch auf keiner internationalen Terrorliste finden.

Trotzdem führt die deutsche Justiz diesen größten Staatsschutzprozess in der BRD seit Ende der 80er und macht sich damit zum Handlanger des AKP-Regimes, das seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei ganz offen versucht, jegliche Form der Opposition zu zerschlagen. Die Anklage stützt sich hauptsächlich auf angebliche Erkenntnisse der für ihre Folterpraxis berüchtigten türkischen Polizeibehörden.

Um die politischen Beziehungen zur Türkei zu stärken, ermöglichte das Bundesjustizministerium durch die sogenannten Verfolgungsermächtigungen eine Welle der Repression gegen linke türkische und kurdische Organisationen in Deutschland in einem Ausmaß, das es bisher noch nicht gegeben hat. Und diese Verfolgungswelle ist wahrscheinlich noch lange nicht beendet.

Durch monatelange Isolationshaft wird versucht, den Kampfeswillen der Gefangenen zu brechen. Zusätzlich werden auch den VerteidigerInnen so viele Steine wie möglich in den Weg gelegt. Sie können nicht direkt mit ihren MandantInnen kommunizieren, die VerteidigerInnenpost unterliegt einer permanenten inhaltlichen Kontrolle durch einen Richter, die Zustellung wird massiv verzögert und die vetrauliche Post zwischen den Gefangenen und deren VerteidigerInnen wurde teilweise sogar in die Türkei weiter geleitet.
Wir unterstützen als Teil der Solidaritätsbewegung die Forderung der Verteidigung nach sofortiger Einstellung des Verfahrens und rufen alle linken Organisationen zur Solidarität mit den angeklagten GenossInnen auf.

Der Paragraph §129a/b
Auf dem Höhepunkt der staatlichen Repression, die sich in den 1970er Jahren gegen die gesamte radikale Linke richtete und die vor über 30 Jahren im „Deutschen Herbst“ gipfelte, wurde 1976 ein Gesetz verabschiedet, das dem innerstaatlichen Kampf gegen die Linke völlig neue Dimensionen verlieh: Der Paragraph 129a, der die „Bildung und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ ahndet, sieht keinerlei individuellen Tatnachweis mehr vor. Wer – tatsächlich oder angeblich – einer Gruppe angehört, die nach der Definition der Repressionsorgane als „terroristisch“ eingestuft wird, verliert im Zuge der Ermittlungen wesentliche Grundrechte. Mit dem Vorwand einer 129a-Ermittlung lässt sich nahezu jede Überwachungs- und Bespitzelungsmaßnahme begründen, VerteidigerInnenrechte und prozessuale Standards außer Kraft setzen und Haftbedingungen exerzieren, die international zu Recht als „weiße Folter“ bezeichnet werden.
War der §129a zunächst noch als außergewöhnliche Abwehrmaßnahme im Kampf gegen die Stadtguerilla begründet worden, wurde er sehr bald zum festen Bestandteil der staatlichen Repression gegen die gesamte Linke. Seither hat bereits die Beschäftigung mit „anschlagsrelevanten Themen“, also letztlich jede radikale kritische Auseinandersetzung mit den herrschenden Verhältnissen, immer wider zu massiver Repression und auch zu langen Haftstrafen geführt.

Seit der Einführung des §129b ist nicht einmal mehr irgendeine politische Aktivität innerhalb der BRD nötig, um eine Organisation als „terroristisch“ zu verfolgen. Auch der Kampf gegen Unterdrückung in Staaten, die die BRD im weitesten Sinne als Verbündete betrachtet, kann nun zum Vorwand der Kriminalisierung verwendet werden.

Die Ermittlungen nach den Gesinnungsparagraphen §129a/b sind ausschließlich politische Repressionsmaßnahmen, die mit klassischer Strafverfolgung ebenso wenig zu tun haben, wie die möglicherweise folgenden Prozesse, in denen auf sämtliche rechtsstaatliche Standards verzichtet wird. Folglich können wir als linke Solidaritätsorganisation uns nicht darauf beschränken, den einzelnen absurden Tatvorwürfen mit entlastendem Material zu begegnen.
Politische Prozesse verlangen eine politische Antwort!

Rote Hilfe München

 

Prozess- Infoseite:  tkpml-prozess-129b.de

Infos zum Paragrafen 129 von der Roten Hilfe

 

 

Der NS- Faschismus in österreichischen Schulbüchern

„Langes Schweigen“ herrschte im Österreich der Nachkriegszeit über die dunklen Jahre des NS-Faschismus, auch und gerade in den Schulen. Robert Krotzer hat 30 Schul-Geschichtsbücher der Zweiten Republik darauf untersucht, wie in ihnen der Aufstieg des Faschismus, die NS-Ideologie, die Shoah oder auch der antifaschistische Widerstand über die Jahrzehnte hinweg dargestellt wurden. Daraus ist das Buch „Langes Schweigen. Der NS-Faschismus in österreichischen Schulbüchern“ entstanden, das einen kritischen Blick auf den „schlampigen“ Umgang Österreichs mit seiner braunen Vergangenheit freilegt, aber auch die Ermutigung für eine Geschichtsvermittlung, die gerade junge Menschen befähigen soll, aus der Vergangenheit für eine lebenswerte Zukunft zu lernen.

Hier gibts einen Vortrag von Robert Krotzer. Organisiert wurde die Veranstaltung zum Thema NS- Faschismus in österreichischen Schulbüchern von der STV Geschichte, dem KZ-Verband Salzburg und der KJÖ/KSV.