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Singing Lecture by Corey Dolgon

In Search of One Big Union: Folksongs and the U.S. Labor Movement

Songs of Solidarity Booklet [termitinitus.org empfielt sie beim anhören anzusehen]

A Singing Lecture by Corey Dolgon Folksinger and Sociologist

Corey Dolgon, a Ph.D in American Culture and Sociology Professor has been performing “singing lectures” for almost two decades. Focusing on the role that folksongs play in the U.S. labor movement, Corey’s words and music bring both history and theory to life. He is a long-time labor activist and community organizer and has used folk songs to build solidarity on the line and engage students in the classroom. This singing lecture covers labor history from a multicultural perspective and examines the function of folk songs in workers’ lives, labor, and organizing. The lecture can be tailored for specific needs and time periods, but generally runs about an hour to an hour and a half depending on format. Corey is very adept at gaining audience participation and provides an object lesson in how the collective acts of singing can enhance the feelings of solidarity and create new possibilities for collective identities.

Here’s what students, faculty and labor folk have to say about Corey’s performances:

Simply said, faculty and students at UCF were blown away by this unique method and message. Professor Dolgon’s ability to weave stories through song was powerful and thought provoking. Unlike any academic lecture I have experienced, I was eager to hear the next story and was disappointed when it was over. My students agreed that it was by far the most interesting colloquium they have ever attended. –Scott Carter, Sociology Dept. University of Central Florida

“Corey’s work weaves together a coherent and accessible narrative about labor struggles with a tour de force of labor songs that move an audience with workers’ own articulate descriptions of their conditions and inspiring visions of movements to improve those conditions.” –Chris Dale, Professor of Sociology, New England College

“Corey’s music added tremendous spirit to our National Labor Assembly. Hearing and singing labor songs gave our nurses a sense of community with others in the union movement and helped build energy at our meetings. I encourage other unions to add Corey’s talents and expertise to their agendas.” –Cheryl Johnson, President, United American Nurses, AFL-CIO

“Well grounded in academic literature and the multicultural American songbook. Imagine an event that attracts from every campus demographic: international students, faculty, staff, undergraduates, emeriti faculty, and community activists, and has them all standing together enthusiastically singing songs about solidarity. We have never had an event like this! I have already had requests to bring Professor Dolgon back!” –Melinda Jo Messineo, Sociology Dept. Chair, Ball State University

Corey Dolgon’s “singing lecture” is a hit. Those who attended–from union retirees to active union member to academics and management were entertained and enlightened. A good time and good learning. –John Ralston, Asst. Director, University of Louisville Labor-Mgt Center

Corey’s wonderful voice, abundant energy, and great knowledge about folksongs, the labor movement, and other social movements were entertaining, very informative, and inspiring. He made a major impact on WPUNJ, performing in front of almost 300 students and faculty. –Kathleen Odell Korgen, Sociology Professor, William Patterson University

Mit freundlicher Unterstützung der ÖH Fakultätsvertretung Kultur- und Gesellschaftswissenschaft

Danke Emii für die Aufnahme und Technik

Inhalte der Singing Lecture

Marx, Engels, and Manifestos
Der Fortschritt der Industrie, dessen willenloser und widerstandsloser Träger die Bourgeoisie ist, setzt an die Stelle der Isolierung der Arbeiter durch die Konkurrenz ihre revolutionäre Vereinigung durch die Assoziation. Mit der Entwicklung der großen Industrie wird also unter den Füßen der Bourgeoisie die Grundlage selbst hinweggezogen, worauf
sie produziert und die Produkte sich aneignet. Sie produziert vor allem ihren eigenen Totengräber. Ihr Untergang und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich.

Eugene V. Debs
Solange es eine Unterschicht gibt, bin ich darin, solange es ein kriminelles Element gibt, bin ich Teil davon, und solange auch nur eine Seele im Gefängnis sitzt, bin ich nicht frei.

Sojourner Truth
Das Leben ist sowieso ein harter Kampf. Wenn wir lachen und ein bisschen singen, während wir den guten Kampf der Freiheit kämpfen, wird alles leichter. Ich werde nicht zulassen, dass das Licht meines Lebens von der Dunkelheit um mich herum bestimmt wird.

Emma Goldman
Ich glaubte nicht, dass eine Sache, die für ein schönes Ideal stand, für Anarchismus, für Befreiung und Freiheit von Konventionen und Vorurteilen, die Verleugnung von Leben und Glück verlangen sollte. Ich beharrte darauf, dass unsere Sache nicht von mir erwarten könnte, eine Nonne zu werden, und dass unsere Bewegung sich nicht in ein Kloster wandeln sollte. Wenn es das hieß, dann wollte ich es nicht. „Ich will Freiheit, das Recht auf Selbstverwirklichung, das Recht aller auf schöne, strahlende Dinge!“ Anarchismus bedeutete das für mich, und ich würde es leben, ungeachtet aller Welt – Gefängnisse, Verfolgung, alles. Ja, selbst ungeachtet der Verdammung durch meine Kameraden würde ich mein schönes Ideal leben.

Drei Kernfunktionen von
Protestliedern:

Das Gefühl der eigenen Identität der Protestieren den zum Ausdruck bringen, und die Würde und Hingabe, die ihre Arbeit ausstrahlt (insbesondere in der Musik der Arbeiter- und Bürgerrechtsbewegung)

Das Artikulieren spezieller politischer Ideologien und die Analyse grundlegender Konflikte, die der Bewegung häufig einen moralischen Rahmen oder eine Mission geben.

Die Entwicklung von Solidarität, und das Überkommen von Eigenheiten der Identitäten, seien diese individueller, „rassischer“, ethnischer oder geschlechtlicher Natur, um in der Praxis das Gefühl einer großen Verbindung oder Bewegung zu schaffen.

Aunt Molly Jackson

„Als sie sah, wie diese kleinen Babys verhungerten, wie Fliegen um sie herum starben, fing Aunt Molly an, sich für gute Löhne für ihre Väter zu interessieren. Sie stand vor den Bergarbeitern auf, sang ihnen Lieder vor, hielt Reden, schrie sie an, ihr Werkzeug nieder zu legen und zu warten, bis der Chef ihre Bezahlung erhöhe. Sie erzählt von den Treffen, die sie hatten. Wie einem die Winchester-Gewehrkugeln den Kies ins Gesicht schossen, während man Gespräche über die reichen Kohlegrubenbetreiber und die armen hungrigen Bergarbeiter hatte. In einem Jahr erzählte Tante Molly mehr Wahrheit, als die Politiker ertragen konnten, also wurde es in Kentucky zu heiß für sie.”

Wobblies: Industrial Workers of the World

„Wenn jemand ein paar trockene Fakten so in ein Lied verpacken kann dass sie weniger trocken wirken, wird er die Arbeiter, die zu unintelligent oder zu gleichgültig sind, um eine Broschüre zu lesen oder ein Editorial zur Wirtschaftswissenschaft.”

Umweltbewegung

„Die immense Aufgabe für diejenigen, die andere Wertvorstellungen betonen möchten, ist, den Kampf für sozialen Wandel spaßig und sexy zu machen. Damit meine ich nicht, dass wir Bilder von Sexualität verwenden müssen, sondern dass wir eine Art des Nachdenkens über den Kampf gegen Armut, gegen Obdachlosigkeit, für Gesundheitsfürsorge
und Kinderbetreuung, um die Umwelt zu schützen, die sich mit Vergnügen, Spaß und Glück verbinden lässt.”

Huddie Leadbetter (LeadBelly)

„Wenn man noch nie mutterseelenallein im Ge fängnis war und allein im Regen stand, wird man die volle Bedeutung von Gefängnisliedern nie ve stehen. Wie es ist, auf das Licht des Zugs zu warten, das einen in die Freiheit bringt, oder die Mutter oder die Liebste bringt, die ein Begnadigungs schreiben mithaben, das die Freiheit bedeutet.“

Woody Guthrie

„Ich hasse Lieder, die dich denken lassen, dass du nicht gut bist. Ich hasse Lieder, die dich denken lassen, dass du geboren wurdest, um zu verlieren. Du zum Verlieren bestimmt ist. Weil du zu alt bist oder zu jung oder zu dick oder zu dünn oder zu hässlich oder dieses oder jenes. Lieder, die dich runterziehen oder dich wegen deines Pechs verarschen. Ich bin dabei, diese Lieder bis zu meinem letzten Atemzug und meinem letzten Blutstropfen zu bekämpfen. Ich bin auf der Suche nach Liedern, die dir beweisen, dass dies deine Welt ist und dass, wenn es dich ziemlich hart getroffen hat und es dich ein Dutzend mal umgehauen hat, egal welche Farbe, welche Größe du hast, wie du gebaut bist, Ich bin hier um die Lieder zu singen, die dich stolz machen auf dich selbst und auf deine Arbeit.”

Songs in the Struggle

„Seinen eigenen Körper für die Sache einzusetzen dort wo Körper buchstäblich zur Waffe der Bewegung wurden, oft in der Schusslinie. Singen ist auch ein körperlicher Akt: Seine Stimme nach draußen zu tragen war bei Treffen eine Art Probe dafür, bei Demonstrationen den eigenen Körper an die Frontlinie zu stellen. Das Gefühl von persönlicher Kraft, das man beim gemeinsamen Singen verspürt, wurde dabei zur Bewegungskraft an vorderster Front.”

Barquiz im Soli.Cafe

Der der allseits bekannte Quizmaster R. lädt zum denkfreudigem Engagement.

Frage 1:

Der Besitz von Privateigentum ist sehr oft äusserst entsichtlichend und das ist natürlich eine der Ursachen warum der Sozialismus diese Einrichtung abschaffen will. Das Eigentum ist wirklich in der Tat eine Last. Vor einigen Jahren reisten etliche im Lande herum und verkündeten: Das Eigentum habe Pflichten. Sie sagten das so oft und zum Überdruss, dass schliesslich die Kirche angefangen hat das selbe zu sagen. Man hört es jetzt von jeder Kanzel herab. Es ist völlig richtig, das Eigentum hat nicht nur Pflichten, sondern so viele Pflichten, dass es eine Last ist, viel davon zu besitzen. Fortwärend muss man aufs Geschäft achten, fortwärend werden Ansprüche geltend gemacht, fortwärend wird man behelligt. Wenn das Eigentum nur Annehmlichkeiten brächte, könnten wir es aushalten. Aber Seine Pflichten machen es so unerträglich. Im Interseese der Reichen, müssen wir es abschaffen.

Zusatzfrage: Lied.

Frage 2: Was ist das?

Frage 3: Nennen sie mindestens eine der 2 Personen auf dem Bild.

Frage 4: zu welcher Art gehört dieses Tier?

Frage 5: Das Almumcover welcher Band ist das?

Frage 6: Wer ist das?

Frage 7: Wir sehen eine Küche wie sie vor 100 Jahren ausgesehen hat. Was ist das Gerät rechts auf dem Bild?

Frage 8: Was zeigt uns diese Karte?

Frage 9: In welcher Sprache lauten die Ländernamen so wie sie hier auf Englisch beschrieben sind?

Frage 10: Welches Zeremoniell wird hier dargestellt?

Die französischen Gelbwesten – eine soziale Bewegung neuen Typs?

Seit über fünf Monaten bestimmen in Frankreich die sogenannten „Gelbwesten“ die öffentliche Debatte. Doch seit dem Beginn der Bewegung, ist sich die Öffentlichkeit uneins darüber, welche politische Farbe die „Gelbwesten“ besitzen. Es mangelt nicht an Stimmen, die nachdürcklich auf rassistische und antisemitische Tendenzen verweisen. Andere BeobachterInnen pochen darauf, dass die progressiven Inhalte überwiegen.

Doch wie lässt derartig heterogene erscheinende Bewegung fassen, die scheinbar plötzlich im ganz Frankreich auftauchte? Noch dazu, wenn man bedenkt, dass diese soziale Bewegung im letzten halben Jahr selbst laufend Veränderungen durchlebte?

Anhand aktueller empirischer Forschungsarbeiten wird Sebastian Chwala, Politikwissenschafter aus Marburg und Buchautor, aufzeigen, welche Themen die „Gelbwesten“ zusammenführen und wie insbesondere die Politik der letzten Jahre den Boden bereitete für eine derartige langlebige soziale Bewegung, welche jetzt bereits zu den längsten der jüngeren französischen Geschichte gehört.

Robert Foltin: Die Rätebewegung in Österreich 1918 -1919

Nach den Russischen Revolutionen 1917 zerfiel im Herbst 1918 auch die österreichisch-ungarische Monarchie. Würde sich die „österreichische Revolution“ auf eine parlamentarische Demokratie beschränken? Die Ausrufung der Ungarischen und der Bairischen Räterepublik im Frühjahr 1919 beschleunigte die Entwicklung noch einmal. Hunderttausende Arbeiter_innen und Soldaten organisierten sich in Räten – sowohl als Akt sozialer Notwehr, aber auch im Sinne der Idee einer dauerhaften antikapitalistischen Gesellschaftsformation, einer konkreten Utopie.

So greifbar nahe war eine antikapitalistische und libertäre Emanzipation noch nie, weltweit, in Europa und auch hierzulande.Wäre in jenen ereignisreichen Monaten der Nachkriegszeit eine andere Entwicklung der Gesellschaft, ein anderer Gang der Geschichte, möglich gewesen? Lassen sich Verbindungen zu aktuellen sozialen Bewegungen oder auch vergangenen und zukünftigen Aufständen finden?.

Anna Leder, Mario Memoli, Andreas Pavlic (Hg): Die Rätebewegung in Österreich. Von sozialer Notwehr zur konkreten Utopie. Mandelbaum Verlag.

Retten und Sterben lassen. Über Machtkämpfe und Menschenrechte

“500 Meter unter der Moonbird liegt das Meer. Die Wasseroberfläche ist gleichförmig zerklüftet und immer in Bewegung. Die wenigen Schaumkronen zerstäuben nach wenigen Sekunden langsam in alle Richtungen.”

Zitat aus einem Artikel von der Tageszeiting: neues Deutschland: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1082190.seenotrettung-auf-dem-mittelmeer-wir-sind-ein-auge-fuer-alle.html

Präsentation [termitinitus.org empfielt sie beim anhören anzusehen]

Tamino Böhm ist Einsatzleiter des Aufklärungsflugzeugs Moonbird und hat mit eigenen Augen gesehen, was die EU am liebsten unter den Tisch kehrt.

Bild: Selene Magnolia/Sea-Watch

Bild: Selene Magnolia/Sea-Watch

Die Moonbird ist eines der beiden Suchflugzeuge, die die
Seenotrettungsorganisation Sea-Watch zusammen mit zwei
Partnerorganisationen betreibt. Inzwischen sind sie oft die einzigen Zeug*innen von dem, was im zentralen Mittelmeer passiert. Dadurch, dass viele Schiffe kriminalisiert und an der Rettung gehindert werden, wird nicht nur in Kauf genommen, dass die Überfahrt für Flüchtende gefährlicher wird, sondern auch, dass die Zivilbevölkerung nicht mehr Zeugin wird, von dem, was die EU und ihre Komplizen im Mittelmeer aufbauen, um mit allen Mitteln zu verhindern, dass es Menschen nach Europa schaffen.

Dabei nehmen EU-Staaten oft das Biegen und Brechen von internationalem Recht in Kauf. Der Vortrag soll veranschaulichen, was rechtlich notwendig wäre, und wie die EU versucht diese Verpflichtungen zu umgehen.

Hoch der 1. Mai! | Für die Anarchie!

Der 1. Mai und eine anarchistische Perspektive darauf

Quelle: (B) Anarchistische Beiträge zum ersten Mai 2013 – Broschüre

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Dieser Text soll uns allen noch einmal ins Gedächtnis holen, welche Geschichte der 1. Mai als internationaler Feiertag hat, und, dass in der Entstehung dieses Tages ein Stück anarchistischer Historie zu finden ist. Wir möchten mit diesem
Beitrag versuchen unsere Teilhabe an diesem einen Tag der Auflehnung zu begründen und noch einmal mehr das Bewusstsein für ihn schärfen.
Auch und gerade deshalb erscheint es uns wichtig uns mit dem Entstehungstag 1886 auseinander zu setzen und auf eben dessen Geschichte verweisen. Dieser Text erzählt allerdings ‘nur’ die Geschichte der Haymarket Ereignisse, er lässt die weiteren 127 Jahre Geschichte rund um den 1. Mai außen vor, welche durchaus auch anarchistische Motivationen beinhalten.

Die Haymarket Affäre

Die Ursprünge des 1. Mai liegen in den USA. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts kamen mit der Einwandererwelle aus Europa viele in ihrer Heimat verfolgte Sozialist_innen und Anarchist_innen in die USA. Während der Neuorganisierung der nordamerikanischen Arbeiterbewegung spielten sie eine wichtige Rolle.
Anarchist_innen wollten damals wie heute eine Gesellschaft ohne Herrschaft des Menschen über den Menschen aufbauen. Vor allem in Chicago, eines der großen Industriezentren, wurden sie zur treibenden Kraft der Arbeiterbe-
wegung. Viele Gewerkschaften und Zeitungen wurden von ihnen ins Leben gerufen. Bereits in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden von Anarchist_innen und Sozialist_innen die Forderung nach einem 8-Stunden-Tag
in den USA aber auch in sämtlichen Ländern auf dieser Welt, erhoben. 1884 wurde die Forderung auf dem „All- Unions Day“ der Gewerkschaften erneut gestellt und eine landesweite Kampagne beschlossen. Durch eine großangelegte Streikoffensive und einen landesweiten Generalstreik am 1. Mai 1886 sollte der 8-Stunden-Tag endgültig durchgesetzt werden. Anarchist_innen wurden, wie ein Chronist der Arbeiterbewegung schrieb, zum Motor und revolutionärern-Spitze der gesamten Bewegung.
Am 1. Mai 1886 wurde der Generalstreikaufruf von 350.000 Arbeiter_innen befolgt, davon 40.000 aus Chicago. Unternehmen setzten Streikbrecher, Polizei und privat angeheuerte Söldnertruppen gegen die Streikenden ein. Am
3. Mai fand in der Nähe der Landmaschinenfabrik McCormick eine Massenveranstaltung der Holzarbeitergewerkschaft statt. Die Polizei überfiel die Versammlung und erschoss 4 Arbeiter. Einen Tag später versammelten sich aus Protest darüber tausende auf dem Chicagoer Haymarket. Als die Versammlung begann sich
aufzulösen, wurde sie von einer Polizeieinheit angegriffen. Augenblicke später detonierte eine Bombe, die von einem Unbekannten geworfen wurde. Bis heute ist nicht geklärt, ob es sich um einen “Provokateur“ handelte. Die Polizei eröffnete sofort das Feuer auf die fliehenden Männer, Frauen und Kinder. Der ganze Platz war von Leichen übersät.
Da auch sieben Polizisten getötet wurden, hatten Staat und Unternehmer nun endlich einen Vorwand um gegen die Arbeiter_innenbewegung vorzugehen. Hunderte von Arbeiter_innen, egal ob aus anarchistischen, sozialistischen
oder kommunistischen Kreisen, wurden verhaftet. Den prominentesten Anarchisten wurde wegen der Haymarket Vorfälle der Prozess gemacht. Obwohl nachgewiesen war, dass keiner der Angeklagten die Tat hätte begehen können, wurde gegen sie ein Schauprozess eröffnet. Da es keine Beweise für die Mordanklage gab, hieß
es danach, sie seien an einer Verschwörung beteiligt gewesen und hätten Artikel verfasst, in denen zum Umsturz der bestehenden Verhältnisse aufgerufen worden sei. Damit seien sie verantwortlich für die Tat, da sie die Täter_innen
inspiriert hätten. Am 20. August 1886 wurden Todesurteile gegen die Angeklagten verkündet. Die Schlussreden der Verurteilten wurden als “Anklagen der Angeklagten” weltberühmt. Sie waren ein Manifest gegen die Ausbeutung und
für eine freie, menschliche Gesellschaft ohne soziale Ungerechtigkeit. Die vier Anarchisten Parsons, Engel, Fischer und Spiess wurden am 11. November 1887 gehängt. Ein weiterer Anarchist, aus Deutschland in die USA eingewandert, Louis Lingg beging einen Tag vor seiner Hinrichtung vermutlich Selbstmord. Linggs Worte zu dem gesprochenen Todesurteil…

„Ich sterbe glücklich am Galgen, denn ich bin überzeugt, dass die Hunderte und die Tausende, mit denen ich gesprochen habe, sich meiner Worte erinnern werden. Wenn sie uns erhängt haben, erst dann werden sie das Bombenwerfen erledigen. In dieser Hoffnung sage ich ihnen: Ich verachte Sie, ich verachte Ihren Auftrag, Ihre Gesetze, Ihre Gewaltherrschaft. Hängen Sie mich dafür.“

Die anderen Angeklagten wurden zu Haftstra-fen verurteilt und nach 7 Jahren, ebenso wiedie Hingerichteten vom neuen Gouverneur fürunschuldig und zu „Opfern eines Justizmordes“erklärt.
Die Demonstrationen am 1. Mai, die in der Fol-ge des Haymarket Massakers, überall auf derWelt abgehalten wurden, waren in Spanien amstärksten. Der 1. Mai 1890 bildete dabei den Auf-takt zur bis dahin größten europäischen Streik-welle, die erst am 8. Mai in seiner Allgemeinheitfür beendet erklärt wurde.

Für ein besseres Verständnis was wir in diesem Tag sehen…

Die Anarchist_innen in Chicago sind nicht fürdie Arbeit gestorben und noch weniger für die40 Stunden Woche. Sie wollten die Gesellschaftabschaffen und diese bis zu den Wurzeln ver-nichten, um eine neue Welt aufzubauen. Mitdem Kampf für den 8 Stunden Arbeitstag warder Versuch unternommen worden, den Arbeitszwang auf eine würdevollere Bezahlung und weniger Ausbeutung der Arbeiter_innen hin zu verändern. In den Prozessen dieses Arbeitskampfes fanden hohe Selbstorganisation der Arbeiter_innen und eine generelle Auflehnung gegen die Unterdrückung des Kapitals statt. Niedergeschlagen wurde diese Selbstorganisation durch massive Repression mit Todesfolgen. Wir sehen also mehr als nur den reformerischen Kampf für besser Arbeitsbedingungen in dieser Phase. Wir sehen auch eine Auflehnung gegen die bestehenden Verhältnisse, die Missstände sowie die Ausbeutung und Unterdrückung der
Menschen durch die Herrschenden und das Kapital. Daher wollen wir den ersten Mai als den Tag gegen die Arbeit und ‘unser’ gesellschaftliches Konzept von Arbeit und Konsum feiern und dementsprechend agieren.
Alte, abgelaufene Parolen und langweilige, ritualisierte Demonstrationen ziehen durch die Straßen, um den Herrschenden zu zeigen, dass ‘Wir’, als die Massen kontrolliert sind und auf ihr Regelwerk gehorchen. Wir, die Menschen, die in dieser Gesellschaft leben wissen nicht was Freiheit ist. Genauso wenig wie ein Löwe, der im Zoo
aufwächst und stirbt, niemals die Freiheit sehen wird und daher nicht wissen kann was Freiheit ist. Es bleibt uns nur das Streben danach, das Kämpfen dafür….
Natürlich kann es ein Leben ohne die klassische Lohnarbeit geben. Durch die bewusste radikale Aktion der  Enteignung der Waren z.B. durch Diebstähle, oder auch die Besetzung von leerstehenden Häusern, mit dem Versuch „freie“ Räume zu schaffen, um diese als Ausgangspunkt direkter Aktionen und Selbstverwaltung zu nutzen.
Wir sind Feinde von Unterdrückung, Konsum und Gehorsamkeit und deswegen auch Feinde der Arbeit. Wir wollen leidenschaftlich Zeit und Arbeit in Dinge investieren, die uns interessieren oder die wir als notwendig erachten. Das
kann und wird innerhalb der Logik des Kapitalismus nicht realisiert werden. Und selbst falls ein Individuum in dem ausgeübten Job seinen persönlichen Interessen nachgehen kann, ist diese Person in der Zwangsjacke der Lohnsklaverei gefesselt.
Der erste Mai ist für uns eine Feier der Konflikte mit dieser Gesellschaft. Er ist für uns eine Feier gegen die Arbeit und gegen die Warenlogik dieser Gesellschaft. Denn diese uns aufgezwungenen Ketten, lassen nicht zu, dass wir frei leben, solange wir uns nicht von ihnen befreien. Wir hassen die Logik dieser durch Arbeitswahn geprägten Gesellschaft!
Wir wollen keine Chefs, Politiker_innen oder Vertreter_innen! Wir kämpfen für Freiheit, Eigenverantwortlich-
kit, Selbstorganisation und Kollektivität! Dieser Staat und die Menschen die ihn unterstützen kotzen uns an! Tot allen Staaten!

Für die Anarchie!

1. Mai Demo 2018 in Salzburg

START: 11:00 Uhr beim Salzburger Hauptbahnhof (Vorplatz)

GEGEN WOHNUNGSNOT, KLIMAKRISE & SOZIALKÜRZUNGEN – 1. MAI DEMO IN SALZBURG

Wohnen wird in Salzburg immer teurer. Während die Menschen nirgends so viel von ihrem Einkommen für Wohnen bezahlen müssen wie in Salzburg, tut die Stadtregierung zu wenig und profitieren Immobilienfirmen und Investoren. Gleichzeitig greift die Bundesregierung die Interessen aller Arbeitenden massiv an: der 12-Stunden-Tag, die Zerschlagung der Krankenkassen, die Abschaffung der Notstandshilfe und die Kürzung der Mindestsicherung sind unsoziale Maßnahmen auf Kosten vieler, während einige wenige Unternehmen und Vermögende davon profitieren.

Mit Rassismus, der Aushöhlung der Grundrechten und demokratiefeindlichen Angriffen auf Medien, Rechtsstaat und Mitbestimmung versucht die Bundesregierung ihre Politik auf Kosten der Mehrheit durchzuboxen.

Gleichzeitig droht die Klimakrise unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Der herrschenden Politik stellt die Profite der kapitalistischen Unternehmen über die Zukunft der Menschheit. Auch in Salzburg weigert sich die Politik, die Weichen hin zu einer sozialen, umweltverträglichen Zukunft zu stellen.

WIR WISSEN: ES GEHT AUCH ANDERS!

Eine solidarische Gesellschaft ist möglich, in der niemand mehr Angst haben muss, sich das Wohnen nicht mehr leisten zu können oder ab brutalen Arbeitsmarkt zurückgelassen zu werden. Wir wollen eine Gesellschaft, in der die Bedürfnisse der Menschen zählen und nicht die Profitinteressen des Kapitals.

Wie bei jeder Verbesserung, die in der Geschichte erkämpft wurde, braucht es dafür viele Menschen, die sich dafür einsetzen, auch am 1. Mai!

Wir laden alle Salzburgerinnen und Salzburger am 1. Mai, den Tag der Arbeit, zur gemeinsamen Demonstration ein – für leistbares Wohnen, den Schutz unserer ökologischen Lebensgrundlagen und für eine solidarische Gesellschaft frei von Angst und Ausbeutung!

START: 11:00 Uhr beim Hauptbahnhof (Vorplatz)
ROUTE: Hauptbahnhof Vorplatz – Elisabethstraße – Saint-Julian-Straße – Lehener Brücke – Strubergasse – Rudolf-Biebl-Straße – Neue Mitte Lehen
FEST: ab 13:00 Fest im Garten des Volkshauses, Elisabethstraße 11!

ZUR DEMONSTRATION RUFEN AUF:
Arbeiterkammer Salzburg
Alewitischer Kulturverein
Aktion Kritischer SchülerInnen Salzburg
ARGE Wehrdienstverweigerung
Aufbruch für eine ökosozialistische Alternative
Bleiberechtsgruppe Salzburg
Bürgerliste/DIE GRÜNEN
AUGE
Chor d’accord
CHP-Salzburg
Die Linke Salzburg
Fridays for Future
Gewerkschaftlicher Linksblock
Grüne Jugend
GRAS
Infoladen Salzburg
Internationaler ArbeiterInnenverein
Junge Linke
JUSOS
KPÖ PLUS Salzburg
KPÖ
ÖH Salzburg
Plattform Menschenrechte
SLP
Soli.Café
Solidarisches Salzburg
Solidaritätskomitee Mexiko Salzburg
Talk Together
terminitus.org
VSStÖ Salzburg

Termitinitus.org sorgt für musikalische Beschallung und Audio-Aufzeichnung der Redebeiträge.

Liedtexte zum Mitsingen: Bitte ausdrucken

Wir sehen uns bei der Demo!!

Jopa Jotakin ließt

jopa jotakin präsentiert am letzten abend im soli.cafe keine kochrezepte. wörter und sätze werden zerhackt, zerschnipselt und frittiert, dass die buchstabensuppe nur so spritzt und die sprachpanier uns um die ohren staubt. dies ist keine kochschow.

zum essen wird es trotzdem etwas geben. zum trinken sowieso.

Foto: Andrea Knabl

Homepage von Jopa: https://www.jopa-jotakin.at/

Weitere Lesung auf Termitinitus: https://termitinitus.org/jopa-jotakin-lesung/3502

Vortrag und Diskussion: Was plant Schwarz-Blau?

Soziale Kürzungen, Hetze gegen MigrantInnen sowie die Aufrüstung und Umfärbung des Staatsapparats – Die Leitlinien der schwarz-blauen Regierung sind inzwischen klar zu erkennen. Was planen die beiden Parteien als nächstes? Gibt es Bruchlinien innerhalb der Regierung und ihrer WählerInnen? Welches strategische Projekt haben ÖVP und FPÖ? Und gibt es Ansätze für den Widerstand?

Der Wiener Journalist und Autor Michael Bonvalot ist ein genauer Beobachter der aktuellen Lage und schreibt regelmäßig über die Politik und Pläne von Schwarz-Blau. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Die FPÖ – Partei der Reichen“. Mit ihm wollen wir über die Politik von Schwarz-Blau sprechen – und über all das, was noch kommen könnte.

Retten wir gemeinsam das Internet!

Demo am 23.März um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof Salzburg Savetheinternet.info

Facebook Event von Salzburg

Nähere Inos findet ihr in der letzten Podcast Folge von Lets Netz | Der Chaostalk | Technik Web Politik: ln_0052: Sicherheitslücke bei der Arbeiterkammer, EU-Urheberrechtsreform

Lesung & Musik & Drinks Georg Fingerlos, Corinna Denk

Der Historiker Georg Fingerlos liest über den Ersten Weltkrieg, über einen Aufruhr in Graz, über den Fenstersturz in St. Lorenzen und über die Bahnhofsbesetzung von Judenburg. Die Musikerin Corinna Denk sorgt für hervorragende Musik und das Soli.Cafe für sehr gute Drinks! / Eintritt frei! Rest Hut! . http://www.bahoebooks.net/start_de.php?action=204&a=32